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Lasst den Urlaub beginnen! Heute ging
es los, endlich, nach fast 6 Monaten arbeit ohne Urlaub wurde es auch Zeit.
Was alles unsere (bescheidene) Vorbereitung wert war sollten wir also heute
erfahren. Der Tag begann gemütlich um etwa 10 Uhr, eile war keine geboten,
der Flieger geht erst um 15 Uhr in Basel. Mit S-Bahn und ICE ging es bis
Basel wo wir uns ein kleines Mittagessen gönnten ehe wir mit dem Bus zum
Euro Airport fuhren. Basel – Mulhouse, ein Flughafen von Welt, und nachdem
wir einmal quer durch den Duty-Free bereich gejagt wurden standen wir am
Gate. Es war gut etwas los und die ersten „Marrokanisch aussehenden“
Personen waren auszumachen. Als das Gate geöffnet wurde stöhmten dann auf
einmal zahlreiche Personen von überall her dem Ausgang entgegen, dank guten
Pendelerfahrungen standen wir aber relativ weit vorne und enterten uns so
eine 3er Reihe schön weit hinten im orangen A319.
Heieiei, diese EasyJet Flugzeuge sind grausam Eng bestuhlt, da ist jede
S-Bahn ein Segen dagegen. Wir quetschten uns dann in unsere Reihe,
schnallten uns an und amüsierten uns über all die Leute die nicht so schnell
im Flieger waren wie wir und nun krampfhaft versuchten einen Platz neben den
Kollegen oder Familienmitgliedern zu finden. Nicht selten musste die Cabin
Crew den Leuten helfen und organisieren. Ob da dann eine Platzvergabe beim
Check-In nicht einfacher wäre?
Nachdem die Flügel enteist waren, da gibt’s rote und grüne Flüssigkeit,
ging’s pünktlich los. Schnell waren wir über den Wolken und strebten in der
Sonne gen Süden. Die erste Runde der Minibar liessen wir fahren mit dem
vorhaben bei der zweiten Runde dann etwas zu mampfen. Die Cabin Crew liess
sich aber gut Zeit, dass uns wiederum Zeit blieb für ein Nickerchen, für das
lesen des neuste SERs und zum Ausdiskutieren einiger Details. Die zweite
Runde kam dann nur von vorne, was uns in den hintersten Reihen etwas auf den
Sack ging und so kam es fast wie erwartet, mitten im zweiten Mittagessen
setzten wir zur Landung an und mussten die Tische hochklappen. Der Flug über
Marokko, ab da zeigte sich der Boden häufiger, war recht nett, immer
Parallel der Küste flogen wir die letzte Stunde bis zur Landung. Wüste,
einige Hügel und viele Plantagen vor Marrakech waren zu sehen, wie erwartet
und erhofft.
Mit der untergehenden Sonne setzten wir in Marrakech auf der Piste auf, auf
die Minute pünktlich. Links von uns stand ein Norwegischer Flieger, rechts
von uns eine Ryanair Kiste ... weiter hinten standen noch zwei grosse
Frachtmaschien der US Army (warum auch immer).
Beim aussteigen war es schön warm, die Mütze blieb daher gleich in der
Tascheu und die Jacke auf der Kameratasche. Ohne Umweg wurden wir ins
Gebäude geführt, fast als erste. Eine ganze Batterie von Zollhäuschen
wartete auf Kundschaft und wir stellten uns gleich beim ersten hin. Als dann
alle neben und die paar vor uns alle so einen weissen Zettel im Pass hatten
begannen wir etwas zu zweifeln. Wir hatten schon gesehen da am Eingang,
diese Zettel ... hielten sie aber, Werbung oder so? ;) Auf jeden Fall
fühlten wir uns dann etwas genötigt diese Zettel zu holen uns auszufüllen,
ohne das wir den Platz in unserer Schlange preisgeben mussten, weil die
Halle war jetzt voll. Wir füllten alles aus, bis auf die Adresse, weil ..
wir sind ja nirgends fix. Wipf war dann der erste am Zoll, da meinte der
grämige Zöllner aber sofort, die muss da noch hin. Also zogen wir uns wieder
zurück an unsere Säule und schrieben irgend ein Hotel aus dem Reiseführer
auf den Zettel, Hotel Ouduya in Marrakech, oder irgend sowas. Ist ja egal,
es wurde gefressen und wir waren drin, in diesem Afrika.
Gleich hinter der Gepäckausgabe, wir waren recht fix durch, stand man in der
grossen Ablug und Ankunftshalle welche einem Gast gleich zwei Dinge
vermittelt, 1) Wir haben Geld, unser Flughafen ist gross, Modern und
Architektonisch modisch und 2) DU bist in Afrika. Irgendwie genau so stellt
man sich das vor, so kennt man es aus dem Fernseher, die Architektur passt
einfach.
Nächstes Ziel war die Autovermietung wo wir unseren Wagen reserviert hatten,
die Budget Vermietung war schnell gefunden und die etwas demotiviert
wirkende Dame dahinter begann gleich mit der Arbeit. Dauerte recht lange und
auch der Zusatzfahrer wollte noch fein säuberlich notiert werden. Dann wurde
uns ein Mann zur Seite gestellt welcher uns zum Auto führen soll. Draussen
war es schon fast komplett dunkel und in lauen etwa 15°C liefen wir einmal
über einen riesen Parkplatz bis zum Mietwagen. Gleich neben dem grossen
Taxistand waren die abgestellt und auf dem Platz vor den Fahrzeugen waren
gerade etwa zwei dutzend Personen dabei mit Allah zu sprechen. Sie liessen
sich aber nicht von uns stören und machten weiter. Unser Mietwagen war
wirklich, was ich irgendwie geil finde (Rumänien lässt grüssen) ein Dacia
Logan ;). Der Mitarbeiter welcher uns zum Wagen führte begann dann fein
säuberlich sämtliche Schäden am Fahrzeug in das mitgebrachte Papier
einzutragen, ich mit dem Schlüssel wollte den Wagen dann mal öffnen – was
nicht passte. Hm, beim Druck auf den Öffner machte es etwas weiter hinten
clack und da stand noch ein schwarzer Logan. Hoppla, also gleiches Spiel
noch mal. Das Auto ist gar nicht schlecht im Schuss, überall etwas zerkratzt
aber im Grundsatz läuft er wohl, bon Voiture, meinte unser Begleiter nur.
Zwecks Cashbeschaffung verliessen wir den Wagen noch mal und gingen zum
Airport zurück. Ein Geldautomat wurde gefunden und wir entlockten ihm mal
ein wenig Dirham. Zurück am Wagen gings los, wir hatten kein Hotel
reserviert aber ein ziemlich klares Ziel, Ibis beim Bahnhof der ONCF. Da
mein toller Stadtplan von Marrakech leider nicht bis zum Flughafen reichte
war es etwa ein Blindflug und ich versuchte mich irgendwie das Luftbild von
Google zu erinnern. Ok, es war nicht schwer, aber wir haben das Hotel auf
Anhieb gefunden. Einmal links über die ganze Strasse und schon waren wir da.
Klingt einfach, war aber gar nicht einfach .. denn der Verkehr in der Stadt
ist freundlich gesagt, spannend, Unmengen Fahrräder und Mopeds ohne Licht,
Autos überall. Die Hupe wird etwa im Faktor 100 mehr betätigt als bei uns
und an jeder Kreuzung stand ein Polizist, welche immer mal wieder Mofas
mitten auf der Strasse angehalten hat. Wir parkten unseren Logan in einer
dunklen Ecke und gingen rein ins Ibis, welches ideal gelegen ist um einen
Urlaub zu starten. Voraus reservieren hielten wir nicht für nötig, ist
bestimmt nicht so viel los. Wir bereuten es in dem Moment als der viel
beschäftigte Mann an der Rezeption meinte, no sorry, alles voll. Öhm, wir
liessen nicht locker und er meinte dann ein Apartment sei frei, koste 1000
Dirham. Nach einem weiteren Telefon bestätigten wir und er meinte, wir
sollen jetzt 5min warten. Das wir nicht in-house unterkommen dachten wir,
und so war es auch. Auf einmal wurden wir raus gebeten und wir sollten einem
Auto folgen. Es war also wie vermutet, er kannte noch jemand der jemand
kannte und rief da an und liess uns abholen. 200 Dirhams oder so wird er
auch gleich behalten haben, erklärt auch warum eine Kartenzahlung nicht
möglich war. Nur etwa 1km weiter an der Ausfallstrasse nach Westen wendeten
wir dann mitten auf der Strasse (Achtung, Fahrräder). In einer verdammt
dunklen Ecke parkten wir und leifen der Dame hinterher in das Appartement.
Da wir bereits bezahlt haben gab es eigentlich kein zurück, was aber auch
nicht nötig ist, das Appartement ist nett, nicht extrem gut, aber nett. Die
Dame meinte dann, wegen dem Auto sollen wir schauen, wir sollen es besser
beim Supermarkt vorne Parken und dem Aufpasser ein kleines Trinkgeld geben,
ausserdem sollen wir doch das Radio raus nehmen. Wir können das Fahrzeug
schon stehen lassen da, aber man könne nie wissen, dunkler Ecke und so ;)
Wir verfrachteten unser Gepäck ins Appartement und fuhren gleich mal zum
Bahnhof, was nach zwei versuchen gelang (der alte Bahnhof ist nicht mehr
wirklich in Betrieb). Direkt an der Strasse parkten wir in eine Lücke und
der Polizist welcher dabei zusah von der Strasse aus machte dann irgend eine
Bemerkung zu Daniel – verstanden was er wollte haben wir aber nicht. Er
lachte nur und ging davon als Daniel meinte, no France. Im Bahnhof waren wir
dann erschlagen, riesig, Modern und wieder voll mit Sicherheitskräften. Los
war aber nichts, nur ein Nachtzug sollte noch fahren und auf den Bahnsteig
kam man auch nicht ohne Ticket. Kursbuch, oder ein Faltplan wollten wir uns
besorgen, am Ticketschalter konnte man uns aber nicht helfen und an der
Information meinte die Dame, wir sollten morgen wieder kommen, obwohl
eigentlich noch 1 ½ geöffnet war (komisch). Wir begnügten uns dann mit dem
Foto vom Aushangfahrplan, welcher aber auch fast alle Leistungen im Land
abdeckt.
Abendessen gab es beim KFC in der oberen Etage, welcher gleich neben dem MCD
gelegen ist, solch Moderne Infrastruktur hätten wir nicht unbedingt
erwartet, auch wenn man es sich ja eigentlich denken kann. Um etwas die
grossen Scheine in kleine zu verwandeln bat ich den Jungen an der Kasse mir
einen 100er klein zu machen, was er nach nachfragen tat. Er wollte aber
meinen 100er nicht haben dafür (hmm), obwohl ich ihn zweimal in seine
Richtung schob (100% sicher das er ihn nicht schon nahm war ich aber auch
nicht mehr). Während dem Essen rechnete dann Chef und er irgendwie alles
nach und der Fehler wurde entdeckt. Schnell wurde der fehlende 100er
eingefordert, es war ihm sichtlich unangenehm ;)
Nasch dem Mampf ging es raus, zum Auto und nach dem 180° Wenden auf der
Strasse vor den Augen der Polizei waren wir schon fast am Supermarkt in der
nähe vom Appartement. Wir kauften ein und liessen den Wagen mal stehen und
gingen zum Türe. Nun war im EG jemand da und fragte, ob wir die vom Zimmer 6
seien, „jaja“, erwiderten wir. Ob wir einen Schlüssel für die Garage haben?
„Nein .. Garage“? Als wir dann meinten unser Wagen stehe beim Supermarkt
meinte sie nur, bon,bon. Wir fragten dann ob wir dem Aufpasser was geben
sollen und sie machte uns etwas mit den Gepflogenheiten bekant. 5 Dirham
reichen und man müsse ihm sagen, man lasse ihn über Nacht stehen, dass sei
kein Problem. Der andere nahm das Geld und wir brüten jetzt im Zimmer etwas
über Fahrplänen, Karten und Fotos aus dem Internet und versuchen die
nächsten Tage zu planen. Auch amüsant war der Reiseführer, was man da so
alles lernt ... sehr spannend.
Jetzt geht’s dann gleich ins Bett, irgend einem grösseren Tier in der Küche
haben wir schon gute Nacht gesagt als es einmal quer durch gelaufen ist ...
ist halt nicht Mitteleuropa. |
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