-- Freitag, 25.7. --
~ 1430 km

Übermüdet kamen wir am Morgen in Oslo an. Das nächste Ziel lautete Trondheim. Das erste Problem, das wir zu lösen hatten, war, dass der Zug nach Trondheim zwar reservierungspflichtig ist, wir aber keine Reservierung hatten. Auch der freundliche Herr am Ticketschalter konnte uns nicht helfen da der Zug anscheinend ausgebucht war. Dieser eine Zug war jedoch der letzte für einige Stunden und zum Rumsitzen in Oslo hatten wir keine Lust. Durch Zufall entdeckten wir an der Abfahrtstafel das noch ein Zug nach Trondheim fuhr. Wir hatten schnell den Schaffner gefragt ob es noch Plätze hat und nach seiner positiven Antwort saßen wir schon im Zug. Dies war einer der neuen Neigetechnikzüge der Norweger, was leider mit einem besonders hohen Zuschlag verbunden war. Dies war uns zu diesem Zeitpunkt egal, da wir nur froh nicht in Olso rumsitzen zu müssen. So kam es auch das wir unseren provisorischen Plan „verwirklichen“ konnten. Er sah vor mit einem normalen Zug von Trondheim nach Mo i Rana zu fahren und von dort, nach einem zweieinhalbstündigen Aufenthalt, mit dem Nachtzug wieder zurückzufahren. Nachdem wir die Plätze für die Fahrten reserviert und uns über die Unfähigkeit der Schalterbamten geärgert hatten, sahen wir uns in einem kleinen Rundgang die Stadt an. Als wir nach einem kleinen Imbiss auf den Bahnhof zurück kamen stand der Zug schon da - ein Norwegischer Talent. Erste Befürchtungen, dass die Inneneinrichtung ähnlich derer der DB Talente sei, stellten sich als falsch raus. Im Gegenteil, die Sitze waren richtig bequem und man konnte sie sogar nach hinten klappen. Die Innenwerkleidungen waren aus Holz und sogar ein kleines Bistro war vorhanden. Nach einiger Zeit, als der hintere Triebwagen abgekoppelt und stehen gelassen wurde, schaltete der Lokführer die Neigetechnik ein, bzw. wir sie machte sich zum ersten Mal bemerkbar. Als wir gegen 19:30 in Mo I Rana ankamen, erwartete uns das, was wir schon erwartet hatten. Nämlich nichts. Ein Bahnhof, ein paar Häuser, ein Hafen und sonst nichts. Gelangweilt begannen wir am Tagebuch weiterzuschreiben, bis uns auf einmal ein Dieselmotor Geräusch aufhorchen lies. Erster Gedanke: „Nur ein LKW“. Doch die knarrenden Gleise ließen eher auf eine Diesellok schließen. So schnell hatten wir noch nie die Kameras ausgepackt und fotobereit. Dies war auch nötig, da die NSB „Class 66“ schon an uns vorbei zog. Das ganze Gehetzte war vergebens, da die Lok und ihr Zug noch eine gute Stunde im Bahnhof standen. Da Mo i Rana nur knapp unter dem nördlichen Wendekreis liegt, ist es noch bis spät in den Abend hell, und es war somit auch kein größeres Problem gegen 22 Uhr Fotos zu machen. Als der Nachtzug kam, setzen wir uns auf unsere Plätze und wollten einfach nur noch schlafen. Doch zwei übel riechende, Bier saufende und laute Basler hatten es sich zum Ziel gemacht den Wagenteil so lange wie möglich wach zu halten.

- Karte -

 
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